Am Anfang der Geschichte des Jodelclubs Edelweiss Schaan steht die Trennung des damaligen Schaaner Kirchenchors in zwei Vereine im Jahr 1933: in den «Kirchenchor (alt)» und den Männerkirchenchor. Damit brach ein Verein endgültig auseinander, der eine zwar noch junge, aber dennoch bereits wechselvolle Geschichte aus Trennung und Zusammenschluss hinter sich hatte.
Zwischen den Sängern beider Lager entbrannte damals ein heftiger Streit, der im Kampf um die Vereinsfahne seinen Ausdruck fand und für einige Aufregung im Dorf sorgte. Diese Fahne wurde von einem Mitglied des «Männerchors (alt)» und späteren Jodelclubs in seinem Wohnhaus im Kleiderschrank versteckt gehalten, während der Männerkirchenchor vehement ihre Herausgabe forderte. Mehrere Vermittlungsversuche verliefen ergebnislos und sogar ein Rechtsanwalt sollte eingeschaltet werden. Doch schliesslich siegte die Vernunft und Vorsteher Ferdi Risch gelang es, Frieden zu stiften. Am 17. Mai 1935 vereinbarten die beiden Vereine, alle Feindseligkeiten ruhen zu lassen und künftig ein freundschaftliches Verhältnis zu pflegen. Der «Kirchenchor (alt)» verpflichtete sich, innert vier Tagen einen neuen Vereinsnamen anzunehmen und die Fahne abzutreten und erhielt dafür 200 Franken vom Männerkirchenchor zur Anschaffung einer eigenen Vereinsfahne. So benannte sich der «Kirchenchor (alt)» um in «Gesangsverein Edelweiss» und 1937 dann in «Jodelclub Edelweiss Schaan».
Auf die Vorliebe zum Jodeln waren die Sängerfreunde aber bereits zuvor gekommen, da Jodellieder in Liechtenstein schon in den 1920er- und 1930er-Jahren sehr populär waren und verschiedene Gesangsvereine und Chöre sie im Repertoire hatten. Das erste Konzert des jungen Vereins auf dem neuen Terrain fand bereits am Stephanstag 1934 in der Pension Dux statt. Die vorgetragenen Stücke kamen sehr gut an und wurden vom Publikum nochmals verlangt. 1936 trat der Verein, zwischenzeitlich dem Sängerbund beigetreten, beim Bundessängerfest in Vaduz zum Wertungssingen an und klassierte sich auf dem vierten Rang. Was über die Jahre folgte, waren die Teilnahmen an zahlreichen nordostschweizerischen und ab 1967 Eidgenössischen Jodlerfesten, bei denen sich die Schaaner im Rahmen der Wertungssingen regelmässig die Noten «gut» oder «sehr gut» verdienten. Aber auch in Schaan selbst organisierte der Verein Jodlerfeste, bei deren Gestaltung alle Musikvereine der Gemeinde mitwirkten. Daneben trat der Jodelclub aber selbstverständlich auch sonst immer wieder auf und bis heute ist das Passivkonzert der Höhepunkt im Vereinsjahr.
Übrigens war der Jodelclub Edelweiss bereits kurz nach seiner Gründerzeit kein reiner Männerverein mehr. Schon in den 1930er und frühen 1940er-Jahren sang Rösle Nigg, später verheiratete
Kindle, bei den Jodlern mit. Ihr folgten eine ganze Reihe weiterer weiblicher Vereinsmitglieder, deren Tradition die heutige Dirigentin Rita Grab fortsetzt.
Ein prominentes Mitglied hatte der Jodelclub Edelweiss – für immerhin ein Lied – ausserdem im September 2000. Wie so oft, wenn Schweizer Bundesräte Liechtenstein ihre Aufwartung
machen, wurde der Verein von der Regierung auch beim Besuch von Bundes präsident Adolf Ogi zur musikalischen Umrahmung eingeladen. Dieser hielt sich nicht ans Protokoll, sondern stellte
sich in die Reihen der Jodler und sang mit ihnen zusammen.